Was ist „Bildung für alle e.V.“?

 

„Bildung für alle e.V.“ (BFA) bietet kostenlose Deutschkurse für neuzugewanderte Menschen in Freiburg und Umgebung an, welche von ehrenamtlichen Lernbegleiter*innen durchgeführt werden. Das Ziel des Angebotes ist es, die Menschen von der Alphabetisierung bis zum Niveaustufe B2 zu begleiten und ihnen damit eine langfristige Möglichkeit des Spracherwerbs zu bieten. Langfristiges Ziel ist es, den Teilnehmenden eine Ausbildung zu ermöglichen oder sie in ein professionelles Schulangebot zu vermitteln. Für Berufsschüler*innen gibt es in Kooperation mit der Handwerkskammer Freiburg die Möglichkeit parallel zur Berufsschule an individuellen Lernherausforderungen zu arbeiten. Der ehrenamtliche Sprachunterricht findet dreimal pro Woche in zwölf Klassen in den verschiedenen Niveaustufen statt. Derzeit werden 290 Schüler*innen von circa 70 ehrenamtlichen Lehrer*innen unterrichtet. Pro Klasse sind 10 bis 25 Teilnehmende, die an drei Tagen in der Woche von einem Lehrertandem unterrichtet werden. Das Tandemmodell ermöglicht den Lernbegleiter*innen intensiv auf die Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmenden einzugehen. Neben der Sprachvermittlung ist das Erlernen von gesellschaftlichen Normen ein wichtiges Thema im Unterricht. Außerhalb des Unterrichts werden Freizeit- und Sportangebote von und mit neuzugewanderten Menschen gefördert.

Um insbesondere auch Frauen den Zugang zu unserem Angebot zu ermöglichen, bieten wir seit Sommer 2017 an allen drei Unterrichtstagen eine Kinderbetreuung parallel zum Unterricht an. Wir sind stolz darauf, dank unserer Kinderbetreuung in vielen Fällen nicht mehr nur Familienväter, sondern auch ihre Frauen in unseren Kursen unterrichten zu können. Seit September 2017 hat sich der Anteil der Frauen von knapp 6% auf 30% erhöht.

 

Zielgruppe

Die Zielgruppe sind Menschen, denen keine staatliche Sprachförderung aufgrund ihrer Herkunft aus Ländern mit sogenannter „schlechter Bleibeperspektive“ zusteht. Ohne Sprachkenntnisse besteht für diese Menschen keine Möglichkeit eine Arbeits- bzw. Ausbildungsstelle zu finden und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Für diejenigen, die sich bereits in der Berufsausbildung befinden, bestehen weiterhin Schwierigkeiten, dem Unterricht zu folgen, da dieser nur selten sprachsensibel ausgerichtet ist.

Qualifizierung der Ehrenamtlichen

Um die ehrenamtlichen Lernbegleiter*innen in ihrer Tätigkeit zu unterstützen und die Qualität des Unterrichts zu sichern, wurde in Zusammenarbeit mit Deutsch-als-Fremdsprache-Trainer*innen ein kontinuierliches Schulungskonzept entwickelt. Alle Lernbegleiter*innen können an regelmäßigen Abendseminaren teilnehmen, welche parallel zum Unterricht stattfinden. Vor allem für neue Lernbegleiter*innen, insbesondere die Quereinsteiger*innen darunter, bieten diese Weiterbildungen hilfreiche Unterstützung und eine individuelle Betreuung.

Die ehrenamtlichen Lernbegleiter*innen werden in den Bereichen Alphabetisierung, Deutsche Grammatik im DaF-Unterricht, Dialogaufbau, allgemeine Methodik und Didaktik, Rollenspiele, sowie Fehlerkorrektur-Methode geschult. Außerdem bieten die Weiterbildungen den Ausbilder*innen und Lernbegleiter*innen eine Plattform um Anregungen für neue Übungs- und Wiederholungsmethoden auszutauschen.

Warum wir „Bildung für alle“ gegründet haben

BFA wurde als Initiative des Förderkreis Ferienzentren e.V. (FöFe) im Januar 2015 gegründet. Der „FöFe“ bietet seit vielen Jahren internationale Kinder- und Jugendfreizeiten in Deutschland, Frankreich, Spanien und in Griechenland an und versucht bei diesen Freizeiten den europäischen Gedanken zu leben, Menschen aus verschiedenen Ländern, Kulturen und sozialen Schichten zusammen zu bringen.

Die Bewerbung eines jungen Geflüchteten für eine Lehrstelle als Schreiner bildete den Grundstein des heutigen Vereins. Die Voraussetzung für seine Einstellung war der Besuch eines Deutschkurses. Da sich in Freiburg trotz anstehender Ausbildung kein Deutschkurs finden ließ, beschloss Gerd Schneider, der Gründer von BFA, selbstständig ein Angebot auf die Beine zu stellen. Die starke Auseinandersetzung der Vereinsmitglieder mit der Situation von Geflüchteten in Deutschland führte schließlich zu der Idee, mit dem Angebot eines Deutschkurses für Geflüchtete nicht nur eine konkrete Unterstützung zu bieten, sondern auch einen Raum für Austausch und Verständigung zu schaffen.

Im Dezember 2014 haben wir begonnen, diese Idee umzusetzen. Anfang 2015 startete unsere erste Klasse mit circa zehn Schüler*innen. Seit dem entwickeln wir uns stetig weiter. Im Jahre 2020 hat sich der kleine Verein zu einer wirkmächtigen Organisation entwickelt. Neben den mehr als 70 Ehrenamtlichen arbeiten 12 Personen für BFA. Ein regionales und überregionales Netzwerk hat sich gebildet, um die Vision von BFA auch über die Grenzen des Vereins hinaus bekannt zu machen.

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